Warne Marsh Trio/Quartett: Coast to Coast

Eine meiner ersten Platten war "Lee Konitz & Warne Marsh", seitdem liebe ich diesen immer noch völlig unterschätzten Tenoristen. Diese CD vereint zwei Platten von 1958 bzw. 1957, Begleiter sind Paul Chambers, Philly Joe Jones, Paul Motian, Red Mitchell, und auf beiden ist der Pianist Ronnie Ball zu hören.

Auf diesen relativ frühen Aufnahmen ist Marsh's eigentümlich mürber Sound wunderschön, seine Phasierung ist völlig eigenständig und unglaublich relaxt. Und immer wieder überraschen Lines, die sonst niemand spielen würde. Nichts ist "zerebral" an dieser Musik, sie ist warm und lakonisch, ausgesprochen virtuos und kompromissloser Jazz, der auch heute noch zeitgenössisch wirkt. Welch ein Versprechen war diese Musik, welch ein Unglück Marsh's spätere Karriere!